Griechenland - Saronischer Golf - Marina Alimos


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Sechs Sonnenhungrige auf den Spuren von Odysseus.
Alle Gesund, Müde und braun gebrand zurück !

Es ist der 30.5. und seit den Morgenstunden sind wir mit der Anreise zur Alimos-Marina in Griechenland beschäftigt. Simone, Jeannette, Birgit, Wolfram, Sven und ich wollen 7 Tage an Bord unserer 40Fus
großen Segelyacht Saiph verbringen und dabei einen Teil des Saronischen Golfes erkunden.
Es wird alles klappen, Material und Personen halten durch, doch neben Entspannung gibt es auch schlaflose Nächte.

unsere 40 Fus Yacht

31.05. Sonntag

0900 Uhr gehen die Leinen los mit mit Ziel die Insel Aigina zu erreichen und dort die erste Nacht vor Anker liegend zu verbringen. Die Hafenausfahrt ist eng und viele Boote machen sie noch enger doch wir sind vor der Hafenmole und setzen Kurs zur Insel. Wohin, mal sehen, mit Kurs 240 Grad nur weg vom Festland.
Wir haben freies Wasser, guten Wind um 7 Bft und mit allen Segeln geht es mit rund 5kn durch das Wasser. Gegen 1200 Uhr haben wir die Inselküste erreicht und schauen nach einem Ankerplatz. Die Ortschaft Vegia hat einen Badestrand und einen kleinen Fischereihafen. Dort passen wir nicht rein, aber davor ankern geht und mit unserem Dingi können wir dort anlanden. Also klar bei Anker. Wir liegen fest und Anker hält bei gutem Sandboden so können wir das Beiboot klar machen und los geht die Inselerkundung.

Es ist ca. 1500 Uhr und jeder hat Ausgang bis 1900 Uhr zum Essen. Drei müssen den höchsten Berg hinauf, weil da eine Bauruine mit dem Namen Tempel der Aphaia steht. Mal schauen ob da noch was zu machen ist. Zusammen mit dem Parthenon und dem Poseidontempel am Kap Sounion bilden diese drei Bauwerke das sogenannte „heilige Dreieck“ der antiken griechischen Tempel in Attika. Hier auf der Insel leben ca. 13000 Menschen und da es früher eine bedeutende Handelsstadt war, wurden hier die ersten eigenen Münzen geprägt. Eine Besonderheit der Insel ist der Pistazienanbau. Er ist sogar als Herkunftsbezeichnung geschützt.
Der Hunger zieht die Mannschaft wieder an und wir verbringen unseren ersten gemeinsamen Abend in geschützter Ankerlage.

01.06. Montag

Es stellt sich raus, die Truppe braucht nicht viel Schlaf, alle sind sehr früh wach und so geht der Anker um 0800 Uhr nach einem guten Frühstück wieder hoch und unsere Reise weiter. Ziel ist die Umrundung um an der Südspitze einen freien Platz in der Stadt Perdika oder davor oder nebenan in der Bucht von Insel Moni zu finden. Wir passieren die Inselahuptstadt Aigina und es fällt der viele Schiffsverkehr auf. Es liegen auch große Yachten davor auf Reede und wir kreuzen zwischendurch weiter mit Kurs 170 Grad und 4kn zu unserem Ziel.
Die Sonne ist heute erbarmungslos heiß, ohne Schutz nicht zum aushalten. Ich nehme es voraus, so bleibt es bis zum letzten Tag. Da werden wir mal Wolken haben und froh sein über das angenehme Klima.

Wir kommen vor Perdika an und schauen auf viele Segelmasten und davor wartende Yachten. Trotzdem fahren wir rein in das Hafenbecken schauen uns um und stellen fest, alles belegt. Wir wieder raus und erst einmal davor den Anker auf Grund legen, Das baden ist eröffnet und Sven fährt noch Birgit und Wolfram an die Aussenmole, damit sie die Gegend erkunden können. Er kommt zurück und berichtet, das auf einigen Booten das Ablegemanöver vorbereitet wird. Ich setze über schaue mir das an und frage nach. Es stellt sich heraus, das mehere Yachten den Hafen verlassen werden. Gut,zurück und wir bereiten uns vor um hinein zu kommen. Bei der Einfahrt beobachten wir eine Yacht die Anker nicht hoch bekommt. Er hängt an etwas und das etwas hält in im festen Griff. Ich kann ihm nicht helfen, da Sven und ich jetzt selbst anlegen müssen. Platz steht fest und nun Römisch-Katholisch ran an die Steinpier. Erster Versuch passt, Leinen fest und unser Anker hält.  Somit haben alle Landgang und für den Abend wir ein Restaurant gesucht. Ich mache den Vorschlag, heute gehen wir zu " Griechen". Vorschlag angenommen. Perdika ist heute ein kleiner idyllischer Hafen mit Fischerbooten und Yachten. Enge Gassenm weiß getünchte Häuser und bekannt für schöne Sonnenuntergänge über dem Meer. Es gibt an der Uferpromenade viele Tavernen und Fischrestaurants. Eines wird unseres und wir werden am Ende alle zufrieden sein mit unserer Wahl. Den Sonnenuntergang nicht vergessen und danach noch Leinen ziehen für eine ruhige Nacht, denn wir liegen zwischen zwei großen Katamarane die sich ständig bewegen.
 

 

 

 

 

 

 02.06. Dienstag

Ich lass den Motor warmlaufen und Birgit, Sven und ich reden noch über den schönen Abend. Wolfram zieht sich Handschuhe an um die Leinen zu kappen und so gebe ich die Order, es geht raus. Beide Heckleinen sind lose und wir ziehen uns langsam aus unserer Lücke, da spring Simone nach oben und ruft Jeannette ist nicht unter Deck, und da sie auch nicht auf Deck ist, ??????? Uns fehlt ein Crewmitglied, sowas ist mir noch nicht passiert. Alles wieder zurück auf Anfang.
Gut war, das eine Achteleine noch nicht durch die Klampe gerutscht war. Festhalten und zurück an die Mole.
Ich halte mich eher Recht als Schlecht und Sven springt an Land und sieht Jeannette mit einem Buch in der Hand. Rufen, pfeifen und wild gestikulieren, soll sie zur Eile auffordern. Sie denkt wir machen Spaß, und kommt im Wanderschritt. Ich ruf dann auch, für mich unter Maschine mit halber Verbindung zum Land und einem Anker den wir schon ausgebrochen hatten ist es nicht Lustig.
An Bord und gleich los, Unser Nachbarlieger stand schon bereit und beobachtet alles ob wir vielleicht seine Yacht beschädigen. Doch diese Gefahr bestand nie.
Es gab noch ein wenig Diskussionsbedarf hinterher über wer was wann wo macht und darf und .. Für mich ist es abgeharkt und weiter geht es mit Ziel Poros.

Doch der Wind fehlt und so entscheide ich mich rüber zur Insel Methana zu motoren und dort vielleicht Fallwinde zu finden. Es funktioniert sogar.
Von dort geht es mit raumen Wind langsam mit 4kn in Richtung. Durch eine Enge vor der Bucht von Poros kommt uns durch den Düseneffekt der Wind von vorne entgegen. Schade, der Motor geht an und wir ziehen mit Maschine vor die Tore von Poros, Der Düseneffekt bleibt und so suche ich einen passenden Platz.
Die Auswahl ist nicht groß, Da es hier auch Moorings gibt, steht fest, wenn kein Platz zum Anlegen dann hier ran, vor Anker liegend bei diesem Schwell und starkem Fährbetrieb wir anstrengend.

Wir fahren die Promenade ab und finden noch zwei drei Liegeplätze. Welchen nehmen und dann wieder rückwärts ran mit Heckleine. Wir sind drin und fest und sitzen beim Anlegerbier. Da macht sich unser Nachbar fertig um abzulegen. Ein älterer Herr mit seiner Frau tuckert langsam raus und wird vom Seitenwind erfasst. Er merkt nichts und rufen hat keinen Zweck. Wir sehen alle, wie er langsam über die anderen Ankerketten driftet. Jetzt kommt Spaß auf.


alter Herr mit Ankerproblem

Ich starte schon einmal die Maschine und stehe am Anker und schon geht es los. Er hängt an meiner und meinem Nachbar an der Kette. Jetzt fängt er an zu rufen und zu lamentieren, statt zu handeln. Vom Nachbarlieger ist die Skipperin sehr schnell auf einem standup-Board und paddelt raus. Sie weiß was zu tun ist und er kommt frei. Da er danach immer noch mit den Armen in der Luft umher fuchtelt und ich nicht davon ausgehe, das er Fliegen verjagen will, gibt er bestimmt allen die Schuld nur nicht sich selbst.
Einfach Regel, wer hängt hat Schuld und es ist auch kein Hexenwerk wieder frei zu kommen.

 

Die Stadt selbst hat ca.4000 Einwohner und punktet mit seinem Wahrzeichen dem Uhrturm von Poros mit einem sehr schönen Ausblick. Auch die Geschichte hat die gleichnamige Insel geprägt.
Es ist das Heiligtum des Meeresgottes Poseidon und der „Redner“ Demosthenes soll hier Zuflucht gesucht haben.
Wir suchen ein Restaurant und finden eine super Pinte. Auch hier heißt der Wirt Dimitrie wie auch schon immer vorher. Doch vorher gehen Sven, Jeannette und Wolfram noch auf Mopedtour und erkunden die Russian Bay sowie die Kirche Agios Sostis am Rande der Halbinsel.

 

03.06. Mittwoch

0900 Uhr Leinen los und raus aus dem Liegeplatz. Wir sind ein Stück entfernt und der Anker ging bis jetzt gut doch nun stopt es und wir hängen fest. An dem Nachbar der gestern auch schon mit involviert war. Da ich das angenommen hatte, lagen Leinen und Hilfsmittel bereit und wir haben uns schnell selbst befreit und vor allem ohne Rufen.
Jetzt aber los zur Engstelle von Poros und die Bucht verlassen. Segel hoch und es wird ein super Segeltag mit Halbwind, dann achterlichen Wind und mit dem Ziel die Insel Nisida Kyra zu erreichen. Hier gibt es eine Bucht mit dem Namen Moshe Datz Bay, was immer das Bedeutet.
Wir sind alleine hier und ich suche einen Platz mit Anker und Heckleine. Wir werden findig und der Anker hält beim ersten Versuch, leider auf 10m wo ich nicht abtauchen kann. Wolfram, als aktiver Rettungsschwimmer geht mit einer Hilfsleine ins Wasser und zieht sich die Festmacherleine nach.
Sie ist fest an Land, sie ist fest an Bord und der Anker sitzt. Wir sind im Paradies gelandet. Die Insel ist unbewohnt und gehört nun uns alleine bis morgen früh. Eine schöne Bucht mit vielen Vögeln zum Beobachten einem Trampelpfad zum Gipfel in 132m Höhe, den Wolfram später erkunden wird.

 

Es kommen keine weiteren Yachten. Diese Insel liegt nicht auf der Route der Sehenswürdigkeiten und hat keine touristische Besonderheit. Wir werden alleine bleiben und nur ein Fischer kommt mit seinem Boot mal vorbei und holt seine Körbe ab. Baden standup und Erholung pur. Es war traumhaft

 

04.06. Donnerstag

Nach einer ruhigen Nacht geht es für uns um 0930 Uhr wieder weiter. Wir umrunden unsere Schatzinsel und ziehen unter Segel in Richtung Aigina Nordküste. Hier gibt es zwei kleine Inseln und Ankerplätze für die Nacht. Wohin weiß ich noch nicht und es ist unwichtig denn der Weg ist das Ziel. Erst als wir bei Aigina ankommen geht die Planung los. Doch am Ende hat die Einfachheit gesiegt. Wir gehen wieder an den Platz der ersten Nacht in der Nähe der Ortschaft Vegia.

Dort angekommen spielen die Windverhältnisse nicht mit. Kreuzsee durch ständige Windrichtungswechsel. Mit dem Dingi in den Naturhafen um die Landgänger abzusetzen. Ich beobachte einen kanadischen Segler der aufgibt und später um die Ecke fährt. Sollten wir das auch. Der Wind wird in der Nacht wieder drehen und dann hängt der Anker in die falsche Richtung.
Zwischen der Insel Aigida und einer kleinen Insel Nisida Vagia Aigina liegt eine Yacht ganz gut,
aber der Platz für eine zweite wird eng.
Also Entscheidung,
wir bleiben hier, geben noch ein wenig Ankerkette und dann schauen wie die Nacht wird

Sie wurde unruhig. Schaukeln von rechts nach links und dann noch von vorne nach hinten.
Das Ergebnis ist eine unausgeschlafene früh aufstehende Crew und das sogar vor mir.

 

05.06. Freitag

Alle früh raus, weil sie sind schon alle wach.
Dann frühstücken und los in Richtung Alimos. Heute ist Ankunftstag in der Marina.
Bei achterlichem Wind erst mit Vollzeug, dann nur noch mit dem Vorsegel. Wir waren einfach zu schnell, meldet sich der Vercharterer, Wann ist ETA ?
Da sie an der Pier stehen, Leinen übernehmen und dann auch die Rücknahme planen.
Bedeutet für uns, die Yacht vertraglich heute schon loswerden und noch eine Nacht schlafen um dann am Samstag bis spätestens 0900 Uhr von Bord zu sein.
Wir zogen durch das Wasser und standen 1150 Uhr vor der Hafenmole.

Info an das Landteam und ab in die Gasse zum Landungssteg. Rückwärts wieder ran und fest und aus.
Es ist 1230 Uhr und der Tag steht zur freien Verfügung.
Das Restaurant für den Abend ist gebucht. Der Rücktransport von der Marina zum Flughafen ist gebucht, also Freizeit.
Birgit und Wolfram fahren mit der Tram in die City, sie wollen versuchen ein wenig Geschichte der Antike einzuatmen. Der Rest bleibt in Hörweite. Für mich ist das der Moment wo man zur Ruhe kommen kann. Sitzen, ein(zwei) Bier in der Hand, ein wenig die Augen zu und alles kurz revier gehen lassen. Was jetzt noch kommt ist das gute Essen am Abend und danach der letzte Trunk an Bord.

 

06.06. Samstag

Da wir früh runter müssen planen wir mit Frühstück und Tasche packen ein wenig mehr Zeit ein und so läuft alles nach Plan. Runter von Bord und Transfer klappte Reibungslos. Am Flughafen konnte das Gepäck sofort aufgegeben werden und Sven der erst um 1900 Uhr fliegt setzt sich in die U-Bahn und fährt
in die City from Athen.

Wir fünf Berlinflieger gehen den Weg aller Heimreisenden. Warten; Fliegen; Umsteigen;
Ankommen Berlin und mit Auto nach Hause.
Kling einfach, war es auch da alles pünktlich und ohne Stress verlief.

Bis die Tage
Burkhard